Geschichte des Instituts Teil II: 1928 - 1932

Dr. med. Peter-Friedrich Petersen wird erster offizieller Sportarzt der CAU

Erst ab dem Jahre 1928 konnte der Arzt für Innere Medizin Dr. med. Peter-Friedrich Petersen als erster offizieller Sportarzt der Universität Kiel im IfL mitarbeiten. Dr. med. Petersen war Assistent des Internisten Prof. Dr. med. Alfred Schittenhelm, der die Medizinische Klinik Kiel von 1918 bis 1934 als Direktor leitete. Dr. med. Petersen hatte sich freiwillig zur Tätigkeit eines Sportarztes gemeldet.

Dr. Strempel ließ 1927 auf dem freien Gelände der Feldstraße 21 bis 23 den »Übungssportplatz Feldstraße« mit Leichtathletik-Sprung- und Laufbahnen sowie mit Tennisplätzen bauen – das nach dem 2. Weltkrieg etwa ab 1953 Sitz der Kieler Gelehrten Schule wurde. Er veranlasste weiterhin, dass in der Adolfstraße 3 (vgl. Abb. 3) ein ehemaliges Hotel zum IfL mit Büros, Bibliothek, Hörsaal und Sälen für Gymnastik, Ring- und Boxkämpfe sowie mit Duschen und Umkleideräumen umgebaut und 1928 eingeweiht wurde.


Institut für Leibesübungen 1929

Abb. 3: Das IfL in der Adolfstraße 3, Eingang links, große Tür, beschattet. Universitätsbaumeister und Architekt Kurt Feyerabend hat den Umbau des ehemaligen Hotels in der Adolfstraße 3 geleitet.

Quelle: Feyerabend, K. (1929). Die Universität Kiel, ihre Anstalten, Institute und Kliniken. Düsseldorf; Abb. 51.

Sportplatz am Mühlenweg wird eingeweiht

Anno 1929 wurde das Hochschulfach »Leibesübungen und körperliche Erziehung« in Preußen, also auch in Kiel, den übrigen philologischen Fächern gleichgestellt. Ab dem SS 1930 musste die Lehrbefähigung für das Haupt- und Nebenfach der »Leibesübungen und körperlichen Erziehung« an einer deutschen Universität und nicht mehr an einer Landesturnanstalt oder an der privaten Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin erworben werden.

Damit ist die »Akademisierung« des Faches Sport in Deutschland vollzogen worden. Seit dieser Zeit gab es die »Turnphilologen«, die neben dem Fach Sport ein wissenschaftliches Fach wie Deutsch, Mathematik oder Latein studieren mussten. Zu den Studentenzahlen gibt es keine verlässlichen Angaben. In den Jahren 1924 bis 1930 waren in den Sommersemestern teilweise bis zu neunzehnhundert Studierende, in den Wintersemestern deutlich weniger mit bis zu fünfzehnhundert Studierenden in Kiel. An Sportstudierenden zählte man zwischen vierzig und sechzig Studierende.

Großer Universitätssportplatz 1929

 Skizze Großer Universitätssportplatz 1929
Abb. 4 Tribünenbau und Grundriss der Leichtathletik- Kampfbahn mit Sprung- und Wurfanlagen. Ausführender Architekt war Kurt Feyerabend als Universitätsbau- Meister vom Staatlichen Hochbauamt. Er hat alle Universitätsgebäude fotografiert. Quelle: Feyerabend, K. (1929). Die Universität Kiel, ihre Anstalten, Institute und Kliniken. Düsseldorf; Abb. 53 und Abb. 54.