Geschichte des Instituts Teil VII: 1992 bis heute

1992: Lehrstühle für Sportmedizin und Sportpsychologie gründen Arbeitskreis (AK) Gesundheitsförderung und Rehabilitation durch Lebensstiländerung

1992 gründen die Lehrstühle für Sportmedizin und Sportpsychologie zusammen mit anderen auswärtigen Wissenschaftlern den Arbeitskreis (AK) Gesundheitsförderung und Rehabilitation durch Lebensstiländerung an der Universität Kiel. Neben den Lehrstuhlmitarbeitern ist der ärztliche Direktor und Chefarzt der Ostseeklinik Schönberg-Holm, Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kolenda (Jahrgang 1941) Facharzt für Innere Medizin und Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin/ Sozialmedizin, ein ständiges Mitglied des AK. Die Ziele des AK sind die Information und Aufklärung der Öffentlichkeit über einen gesunden Lebensstil. Als geeignete Mittel und Wege werden regelmäßige Symposien, Kongresse sowie öffentliche Vorträge verabredet.

Ab dem Jahre 2000 wird gemäß ministerieller Weisung die gesamte Sportlehrerausbildung bis auf das Lehramt für Gymnasien von der Universität Kiel an die Universität Flensburg verlegt.

Im Jahre 2002 werden die Profs. Haag und Janssen emeritiert. Nachfolger für Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Haag, M.S., wird 2003 der Pädagoge und Psychologe Prof. Dr. phil. habil. Wolf Miethling (Jahrgang 1949) von der Universität Konstanz.

Nachfolger für Prof. Dr. Jan- Peters Janssen werden von 2003 bis 2005 Prof. Dr. rer. soc. habil. Achim Conzelmann (Jahrgang 1959) von der Universität Tübingen und ab 2008 Prof. Dr. phil. habil. Manfred Wegner, M.S. (Jahrgang 1957), der von der Universität Kassel wieder nach Kiel zurückkehrt.

Der Sportmediziner Prof. Dr. med. Hans Rieckert geht 2003 in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird 2004 der Internist Prof. Dr. med. habil. Burkhard Weisser (Jahrgang 1960) von der Universität Bonn.

Prof. Dr. med. Weisser wird vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) beauftragt, regelmäßig Athleten des sog. A-, B- und C-Kaders zu untersuchen.

Die Akkreditierung als Sportmedizinisches Untersuchungszentrum wird nunmehr für vier Jahre ausgesprochen, zuletzt vom Jahre 2013 bis 2016. Der LSV-SH wählt Prof. Weisser im Jahre 2006 zum Antidoping-Beauftragten.

Dr. phil. Robin Kähler folgt auf Direktor Schmidt

Auch im USZ gibt es ab dem Jahre 2000 personelle Veränderungen, weil Direktor Schmidt pensioniert wird. Sein Nachfolger im USZ wird von 2001 bis 2011 der Sportpädagoge Dr. phil. Robin Kähler (Jahrgang 1946) von der Technischen Universität Braunschweig. Dr. Kähler wird 2011 zum außerplanmäßigen Professor (apl. Prof.) ernannt, weil er sich sowohl vielfältig als auch innovativ in der Lehre und Forschung des ISS mit soziologischen und vor allem ökonomischen Fragen des Sports engagiert hatte.

Ab 2011 leitet Bernd Lange (Jahrgang 1953) als Geschäftsführer das USZ. Bernd Lange ist seit 1978 Mitarbeiter des Referates für den Hochschulsport. Er verfügt über ein breites Spektrum an Erfahrungen zur Organisation und Leitung des Hochschulsportes. Seit 1988 ist Bernd Lange einer der Urheber sowie der verantwortliche Organisator des »Förde Triathlons«, der 2013 das 25jährige Jubiläum feiern konnte.

Das USZ ist als zentrale Dienstleistungseinrichtung der Universität zuständig für den Hochschulsport aller Studierenden und Bediensteten der CAU, der Fachhochschule und der »Muthesius Kunsthochschule« Kiel. Von insgesamt etwa dreißigtausend Studierenden aller Kieler Hochschulen beteiligen sich an den Sportangeboten des USZ zirka siebentausend regelmäßig in jedem Semester. Manche Studierende nutzen die Sportangebote sogar parallel in verschiedenen Sparten wie z.B. Fitnessübungen und große Sportspiele wie Handball, Volleyball oder Fußball.

Privatdozent Dr. jur. Martin Nolte (Jahrgang 1967) von der Privaten Hanseuniversität Rostock-Warnemünde, die im Jahre 2009 geschlossen wurde, wird im Jahre 2009 »Professor für Sportrecht« im ISS. Prof. Dr. Nolte erhält die Zweitmitgliedschaft in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Kiel. Die Professur wurde von der Deutschen Telekom für zunächst drei Jahre gestiftet. Nach knapp zwei Jahren verlässt Prof. Dr. Nolte die Universität Kiel, um einem Ruf auf eine neu eingerichtete »Professur für Sportrecht« an der Deutschen Sporthochschule in Köln zu folgen.

Seit 2009: Bachelor- und Masterstudium: Auch am ISS

Seit 2009 gibt es eine Bachelor- und Masterausbildung, da die Ausbildung in den traditionellen Lehramtsfächern an der Universität Kiel gemäß den »Bologna-Vereinbarungen vom 19. Juni 1999« reformiert und internationalen europäischen Standards angepasst worden ist. Es gibt folgende Studiengänge: (a) Zwei-Fächer-Bachelorstudium (Profil Lehramt), (b) Zwei- Fächer-Bachelorstudium (Profil Fächererweiterung), (c) Zwei-Fächer- Masterstudium (Master of Education), (d) Ein-Fach-Masterstudium (Master of Arts, ehemaliges Magisterfach »Sportwissenschaft«). Die Qualifikation für ein gymnasiales Lehramt wird nunmehr durch den Master of Education nachgewiesen. Die Nachfrage von Studierenden nach einem Sportstudium hat sich normalisiert. Dennoch unterrichtete das Sportinstitut im Jahre 2012 bis zu siebenhundertfünfzig Studierende.

2011: Aus ISS wird ISW (Institut für Sportwissenschaften)

Das Institut für Sport und Sportwissenschaften erhält 2011 den Namen Institut für Sportwissenschaft (ISW). Ab 2011 leitet apl. Prof. Andreas Wilhelm (Jahrgang 1958) die Abteilung »Angewandte Sportwissenschaft«. Ab 2012 lehrt Junior Prof. Dr. phil. Jens Flatau (Jahrgang 1972) von der Universität des Saarlandes in Saarbrücken die Fächer »Sportökonomie und Sportsoziologie«. Damit ist die Kieler Sportwissenschaft mit drei Lehrstühlen und zwei Abteilungen im 21. Jahrhundert solider ausgestattet, als man dies bei der Neugründung des HIfL 1971 erwarten durfte. Das ISW hat fünf Professuren resp. Abteilungen: (a) Sportmedizin, (b) Sportpsychologie und Bewegungswissenschaft, (c) Sportpädagogik, Sportgeschichte und Sportphilosophie, (d) Angewandte Sportwissenschaft und (e) Sportökonomie und Sportsoziologie.

Tagungen und Kongresse: Sportwissenschaft an der CAU wird international

Zahlreiche Tagungen und internationale Kongresse sind bis in die jüngste Zeit durch das ISS resp. ISW vorbereitet und geleitet worden. Zusammen mit dem Deutschen Sportbund (DSB) und einigen Sport-Fachverbänden des DSB führte der Lehrstuhl für Sportmedizin im Jahre 1977 ein großes Dopingsymposium im »Audimax« der Universität durch, in dem etwa tausend Hörer saßen.

Auf Empfehlung des Kulturausschusses der Stadt Kiel führte der Lehrstuhl für Sportmedizin zusammen mit Prof. Dr. med. Ludwig Weisbecker von der Universitätsklinik für Innere Medizin im Jahre 1980 den Kieler Woche Kongress mit dem Thema »Sport an der Grenze menschlicher Leistungsfähigkeit« durch. Der Kongress wurde vom damaligen Präsidenten der Fédération Internationale de Médecine du Sport (FIMS) Prof. Dr. med. et Dr. h.c. mult. Wildor Hollman von der DSHS Köln mit einem Festvortrag eröffnet, der in der Kieler Öffentlichkeit ein großes Echo erzeugte.1986 fand wiederum im Audimax der Deutsche Sportärztekongress »Sportmedizin –Kursbestimmung« statt.

Auch der Lehrstuhl für Sportpädagogik pflegte im großen Stil den wissenschaftlichen Gedankenaustausch. Er organisierte mit weit über zwölfhundert aktiven Wissenschaftlern im Jahre 1979 den XXII. Weltkongress des International Council on Health, Physical Education and Recreation (ICHPER) aller international vereinigten Sportpädagogen. 1984 folgte der internationale Kongress der International Society for Comparative Physical Education and Sport (ISCEPS) und 1986 der Kongress vom Ausschuss Deutscher Leibeserzieher (ADL). Im Jahre 2005 hat der Lehrstuhl für Sportpädagogik den Kongress der dvs-Sektion Sportpädagogik durchgeführt.

Diese Sektion ist die Vereinigung der Sportpädagogen in Deutschland. Es wurde beschlossen, diese Sektion 2014 wiederum nach Kiel einzuladen.

Beinahe im jährlichen Wechsel ab dem Jahre 1982 hat der Lehrstuhl für Sportpsychologie Workshops, Symposien oder Kongresse durchgeführt, die vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Köln (später Bonn) sowie von der Landesregierung Schleswig-Holstein gefördert wurden. Die leistungssportlichen

Themen befassten sich mit Trainingssteuerung, Konzentration, Verarbeitung und Bewältigung von Belastung und Beanspruchung, mit Psychologischem, besonders mit Mentalem Training, mit der »Synergetik« komplexer Systeme wie z.B. Sportspiel-Mannschaften, aber auch mit der Prävention und Rehabilitation von Verletzungen und von chronischen Krankheiten. 1999 und 2012 wurden die Jahrestagungen der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in den Tagungsräumen der Schiffe der Color-Line durchgeführt, während man von Kiel nach Oslo und wieder zurück fuhr.

Internationale »Erasmus-Kooperationen« pflegt das ISW mit den Sportinstituten der Universitäten von Oslo (Norwegen), Lissabon (Portugal), Vilnius (Litauen) und Riga (Lettland). Eine Kooperation mit dem Sportinstitut von Kaliningrad (Russland) besteht seit dem Jahr 2000.

Das ISW veranstaltet zusammen mit dem AK Gesundheitsförderung und Rehabilitation an der Universität Kiel und dem Sportärztebund Schleswig-Holstein seit dem Winterhalbjahr 2003 die Ringvorlesung »Alter, Gesundheit und aktiver Lebensstil«. Diese Ringvorlesung, die an zehn Abenden über das Semester verteilt gesundheitliche und praktische Belange des Älterwerdens thematisiert, wird jeweils im Wintersemester von etwa zweihundertfünfzig bis zu dreihundert Hörern der älteren Kieler Jahrgänge mit anhaltendem Interesse besucht.

Luftbild des Sportforums der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit rotem Verwaltungsgebäude
Abb. 9 Luftbild des Sportforums mit rotem Verwaltungsgebäude. Das gewölbte Gebäude im Hintergrund ist das Fitness-Zentrum des Vereins für Gesundheit e.V. Copyright: USZ, Bernd Lange.